Blackfire: One Nation Under

- © von Indie Herbst 2001 -

aktuelle Voll-CD!
© Tacoho Records 2001

Blackfire´s erste Voll-CD! 15 Titel, Booklet mit sämtlichen Texten, Erklärung zum Selbstverständnis und politische Kontaktadressen. Zwei Stücke enthalten - die so weit wir wissen letzten - Gesangsaufnahmen des mit der Band befreundeten Joey Ramone (Sänger der weltersten Punkband Ramones), der im April 2001 in New York mit 49 Jahren an Lymphdrüsenkrebs starb.

 

  1. No Control

    Zunder! "Null Beherrschung" geht um Alkohol und Gefühle wegsaufen. Alles über null Beherrschung, was das Tanzen betrifft (was die Band bei Konzerten wahrlich erfreut), ist bei diesem Stück jedenfalls zuviel!
  2.  

  3. Exile

    Erste Blackfire-Hymne. Der Text tut weh. Bereits auf der 2. Kurz-CD veröffentlicht. Enthält klanglich fast alles, was Blackfire so draufhaben. Jones Benallys traditioneller Gesang dabei.

    Faktisch bezieht der Song sich auf den Schock, den die Navaho 1864 erlitten, als sie der militärischen 'Lösung' (Säuberung) anheimfielen (->Kit Carson) und aus ihrem Land und Dasein ins Exil (zur Verwahrung) nach Neumexiko getrieben wurden. Daß sie nach 4 Jahren zurückkehren "durften", lag nicht am Mitgefühl oder der Einsicht der Weißen, sondern daran, daß den weißen Siedlern das gestohlene Land zu hart und der Regierung die Verwahrung der Vertriebenen zu aufwendig war. Die Toten und der Schock blieben, wie man dem Lied entnehmen kann. Und falls, trotz aller noch nachfolgenden Schläge, ein paar Wunden geheilt sein sollten: die gegenwärtige Vertreibung sorgt ja für ausreichend neue auf den alten Narben...
  4.  

  5. Stand Strong

    Wir wissen, auch unsere Kids schreiben gute Texte. Aber irgendwie macht dieser hier uns eine Gänsehaut... schon bemerkenswert für Mitte Zwanzig, finden wir.
  6.  

  7. One Nation Under

    Aktuelle Blackfire-Hymne, Titelsong der CD. Krasser und politischer als "Exile", musikalisch ähnlich abwechslungsreich. Hat einen stark 'rufenden' Charakter. Beschwört bei uns irgendwie die Vision einer Masse von Leuten herauf, die die Geduld verloren haben und sich in Bewegung setzen... massenhafte Zusammenrottung. Im Gedenken an Enyas nebulöse Post-Terroranschlag-Begleitung wäre das hier wahrlich mal ein vertretbarer USA-Superhit! Enthält außerdem die erste Minilektion Navaho für Anfänger... zwinker-blink.
  8.  

  9. Prove Them Wrong

    Schnellster Blackfire-Punk! Jahrelange Lügen und wir tändeln rum... jetzt reicht´s! - Tun wir fast alle, oder?
  10.  

  11. Is This Justice?

    Schnellerer Song, Titel spricht für sich...
    Je mehr wir sagen, desto weniger hört man uns
    Je mehr wir wissen wollen, desto weniger erfahren wir
    Noch 'ne beliebte Methode:
    Ihr könnt mich ja [leicht] zum Kriminellen machen
    Wenn ihr die Tatsachen fabriziert
  12.  

  13. Diné Gourd Dance Song

    Leider wissen wir nichts über den Hintergrund dieses traditionellen Liedes, vermutlich ist es eine Bitte um Erntesegen oder ein Erntedank. Die Melodie ist einer unserer Ohrwürmer [...können aber immer noch nicht die richtigen Vokale an der richtigen Stelle singen, hu-ha -- versucht ihr´s doch mal]. Schade, daß das Lied relativ kurz und gegen Ende auch noch überblendet ist! - 'Gourd' ist ein Flaschenkürbis.
  14.  

  15. Many Farms

    Einer der persönlich klingenderen Texte von Blackfire, interessant, weil etwas mysteriös und widersprüchlich. Blackfire kriegen es immer hin, jede Menge emotionaler Power anklingen zu lassen, selbst wenn die Texte fatalistisch sind oder von Müdigkeit reden.

    "Many Farms" ist ein Ort im Navaho-Reservat (wohl im enteigneten Teil), aber der Bezug des Titels zum Text bleibt spekulativ.
  16.  

  17. What Do You See

    Ein Stück, das wir sehr gerne mögen. In den Strophen klingt eine hellere Seite von Klees meistens so schmerzvollem oder wütendem dunklen Ausdruck an, auch textlich. Einsicht. Schöne Melodie. Jones Benally trägt wieder mit seinem Gesang bei. Auch eine der Aufnahmen, bei denen Joey Ramone mitgewirkt hat.
  18.  

  19. It Ain´t Over

    Wieder ein schnelleres Stück. Die Bedeutung des ziemlich eingängigen Chorus ist uns immer noch nicht so ganz klar (mag an unserem Englisch liegen):
    All of this tragedy is for a dream
    Und wo kommt eigentlich das hämmernde Klavier her? Keine Angabe auf der CD.
  20.  

  21. Lying To Myself

    Trotz-Punk! Schnell. Gutes Lied, um schlechte Tage zu zelebrieren. Wieder mit Joey Ramone.
  22.  

  23. Someone Else´s Nightmare

    Egal, was ich anstelle
    Sie scheinen´s nicht zu kapieren
    Was? Ich kann nicht machen, was ich will
    Nur weil ich der bin, der ich bin?
    Ergebnisse rechtfertigen nicht die Mittel
    Was hab ich getan?
    Früher hatte ich einen Traum, ich bin aufgewacht in--
    --well, siehe Titel. Einer, über den man nachdenken kann.
  24.  

  25. Level

    Es gibt so einen Automechanismus bei Blackfire: Tempo und Wut runter -- Schmerz rauf (auch umgekehrt, aber hier so rum).
    Du nimmst, du denkst, du kannst das tun
    Ich blute für das, was ich nicht machen kann
    Du nimmst, du denkst du kannst das tun
    Das ist alles, was ich habe
    Und dann noch Zitat des Gegners:
    Stell dich nicht so an
    Du bildest dir das bloß ein
    Schon mal gehört?... chrrrrh--!!
  26.  

  27. Shattered

    Wiederum ziemlich schmerzliche Selbstoffenbarung. Aber selbst am Boden und k.o. bleibt noch eins... der Stolz:
    Ich werde nie so sein wie ihr!
  28.  

  29. Downfall

    Ergreifendes Lied. Wieder viel Sprechgesang von Klee. Gute Slogans. Besonders der Ya-hey-a-hey-Refrain klingt einem weiter in den Ohren. Wie Blackfire erzählen, wurde der Song von Kindern in einem Gefängnis in TEXAS getauft, in dem die Gruppe spielte -- ein Kinderknast. Die Kids, darunter 11jährige, hatten wohl nicht mehr viel zu verlieren. Klang maßlos zynisch. "Downfall" heißt Sturz, Niedergang, Untergang.
  30.  

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