Blackfire: Five (Resist)

- © von Indie Herbst 2001 -

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© Tacoho Records 1996                 © Tacoho Records 1994

Blackfires erste Veröffentlichung. 5 Titel mit Texten. Produziert von C.J. Ward (C.J. Ramone), dem (letzten) Bassisten der Ur-Punk-Band Ramones. Die Version auf dem linken Bild wurde von Wovoka vertrieben, gibt ein späteres Erscheinungsjahr an und präsentiert die Lieder in einer anderen Reihenfolge. Sie ist nicht mehr erhältlich.

 

  1. Painkiller

    Eine der frühen und finsteren Ankündigungen der lebhaften Wut von Blackfire, enthält aber auch schon den Anklang von kritischer Selbstoffenbarung, der später deutlich wird.
    Wärt ihr so nett, mich zu hassen
    Gebt mir was, was ich kenne...
    Wie oft muß ich mich entschuldigen
    Bevor ich mir selber verzeihen kann
    Musikalisch nahezu durchgängig 'bassig-rauh' (inkl. Klees Gesang) mit einer Speed-Einlage, sehr gefälliger Drive.
  2.  

  3. Fence

    Ska-orientiertes Stück über die Zerreißung des Navaho-Landes durch willkürliche Teilung und die Ziehung eines Zaunes (ab) Mitte der Siebziger-Jahre, dem seither die Vertreibung der Menschen auf der "falschen" Seite, aber auch erbitterter Widerstand folgte. Gut tanzbares, irgendwie äußerst sympathisches Stück mit guten Tempowechseln (Ska/Punk) und einer Reihe von nachhallenden Slogans:
    Das Einzige, was eine Mauer aufrechterhält
    Sind die Leute, die sie nicht einreißen!
    ...nur einer davon.
  4.  

  5. Dark Desire

    Ungewöhnlichstes aller Blackfire-Stücke, auf den ersten Blick ein 'persönlicher' Dark-Wave/Gothic-Text. In die Richtung besteht denn auch offenbar Sympathie, allerdings haben wir den Song nicht 1 Mal im Live-Programm erlebt. Bei näherem Hinsehen gibt es jedoch eine Brücke zu anderen Blackfire-Themen (abgesehen von Klees 'Dunkelheit', sorry, wenn wir die so oft erwähnen, sie IST aber auch beeindruckend), und da wird 'Satan' doch interessant...
  6.  

  7. Wall Inside

    Pankt los, kommt runter zur Mauer im Kopf, geht sogleich wieder ab gegen die Konformitätssucht der Gesellschaft, und in dem (musikalischen) Spannungsverhältnis geht´s weiter. Wer dem nicht entkommt, der nicht träumt, der nicht frei ist... wer auch nur im Geringsten anders ist, der kennt ja das Lied vom Konformitätszwang. Sie bearbeiten einen an jeder Ecke und mit jedem Satz, wie die Maschinen! Wie die meisten Blackfire-Lieder: universaler Begleiter durch den Alltag für alle, die 'anders' sind.
  8.  

  9. Resist

    Unser unangefochtenes Lieblingslied...! Nach langem Suchen war es das Erste, was wir von der Gruppe hörten, die wir nur von einem Bericht und einem Bild kannten. Da sang eine beeindruckende, mächtig dunkle Stimme von Respektlosigkeit und von dem Schmerz, den es macht, wenn man erlebt, wie das Heil(ig)e jeden Tag mit Füßen getreten wird, ein Gefühl, das uns mehr als vertraut ist, und von Widerstand! Was uns aber wirklich umwarf, war die WUT. Solche Energie kannten wir noch nicht von indianischen Bands. Das Ganze in Kombination mit der Flöte (Robert Tree Cody) und Einlagen von traditionellem Gesang (Jones Benally) im Hintergrund. Der programmatische Titel und solche Textzeilen wie
    Ihr wollt die Umwelt schützen
    Aber ihr bringt´s nicht mal fertig, die Erde zu respektieren!
    haben uns seitdem nicht mehr losgelassen. Sie sind so was wie (musikalische) Mantras für uns geworden.

    Eine kleine Anekdote noch über Die Stimme. Während wir mit Erstaunen zuhörten, betrachteten wir das Foto und konnten uns einfach nicht vorstellen, daß sie dem Langen gehört, denn er wirkte zwar finster genug, aber irgendwie zu dünn, zu jung, für einen so vollen, dunklen Klang. Aber zu dem (fast schon vornehm) weiblich wirkenden, 'traurigen' Typ passte sie erst recht nicht! Da nur noch Jeneda übrig blieb, hatten wir es mit einem Rätel zu tun.
    Wir wandten uns - im Gästebuch der Website der Band - an die Öffentlichkeit: der "Lange" oder der "Traurige"...? Zum Glück lachte uns niemand aus - aber es anwortete auch niemand. Als die Website renoviert wurde, erschienen auf dem Foto plötzlich die Namen: da gab es keinen Zweifel mehr, wem die Stimme gehörte. Aber damit war unsere Verblüffung längst nicht vorbei. Als wir die Band endlich live sahen, wirkte keiner von ihnen 'tough', 'traurig' oder 'vornehm'. Sie waren bescheidene, sehr sympathische, schlaksige, ganz normale Kids. Woher aber Klee, der neben der Bühne völlig soft, geradezu unenergetisch, und zurückhaltend wirkt, diese Stimme und solche Power nimmt, das ist uns erst seitdem ein WIRKLICHES Rätsel... Absolut faszinierend.

    Wie dem auch sei. Nicht nur seines Titels wegen ist das Lied - für uns - die eine, wahre, pure Blackfire-Hymne.

 

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