Blackfire: Exile

- © Indie Herbst 2001 -

3er-CD
© Tacoho Records 1998

Blackfires 2. Veröffentlichung. Enthält 3 Titel. Die Texte sind zwar nicht auf der CD, aber auf der Website der Band zu finden. Das Stück "Exile" (übrigens nicht der offizielle Titel der CD, aber ihr Leit-Song) wurde drei Jahre später auf die erste Voll-CD übernommen. Falls jedoch diese Mini-CD Opfer einer Sparmaßnahme werden sollte, weil sie 'nur' (noch) zwei Titel enthält: Fehler, Fehler!

 

  1. Exile

    Wer damals auf die Veröffentlichung von Blackfires nächster Scheibe gespannt war, wird sich gefreut haben. Für unsere Begriffe setzt sie noch einen obendrauf, was die Energie und Wut betrifft. "Exile" (Exiled in the land of the free) dürfte die Blackfire-Hymne No. 1 sein, und sie enthält vom Klangbild so einiges, was die Gruppe charakterisiert, z.B. Jones Benallys Hintergrundgesang, den Fall der Strophen in einen bassigen und mächtig treibenden Beat, einen punkigen, sloganhaften Refrain, und viel von Klees emotioneller Ausdrucksstärke.

    Das Lied bezieht sich u.a. auf die Deportation ('Langer Marsch') der Navaho aus ihrem angestammten Gebiet in Arizona (Diné Bikeyah - Land der Diné) nach Neumexiko im Jahre 1864 durch die amerikanische Regierung (bzw. das Militär ->Kit Carson), die etliche Tote kostete und viel Leid hervorrief. Vier Jahre später durften (!) die Überlebenden zurückkehren, weil die weißen Siedler wenig Interesse an dem kargen Land zeigten und die Verwahrung der Indianer in Bosque Redondo zu aufwendig war. Die Reservatsgründung folgte, mit ihr der Beginn der Politik der Umerziehung.

    Die Verbindung zur heutigen Politik und neuerlichen Vertreibung der Navaho ist offensichtlich, ebenso zu vielen anderen Ereignissen der Geschichte und Gegenwart. Auch eigene Gefühle und Erfahrungen werden einem bei so mancher Textzeile in den Sinn kommen, wie bei so vielen Liedern von Blackfire.
  2.  

  3. Overshadow

    Auf diesem Land liegen unsere Herzen begraben
    Und jetzt verlieren wir den Boden
    Was können sie einem noch alles antun
    Wieder so ein rhythmisch treibender Ohrwurm mit gutem Baß. Textlich eine Mischung aus persönlicher Sicht und Bezug auf die politischen Fakten, wobei die andere Seite des Wir / Ihr auf die Weißen, aber auch auf die Hopi bezogen werden kann... Die Frage
    Are you innocent
    Are you innocent
    trifft einen irgendwie persölich, weil 'you' sowohl alle als auch den einzelnen meinen kann. Wie überhaupt der Refrain dieses Liedes interessant und mehrdeutig ist...
  4.  

  5. Common Enemy

    Mächtig, mächtig! Könnte bei entsprechendem Publikum (kleines Problem in Deutschland) einen wahren Hexenkessel aus dem Saal machen. Klare Botschaft gegen Unterdrückung, Verlogenheit, die Erziehung (!). Schlachtruf:
    Schließt euch zusammen! Haltet stand!
    Der Titel läßt sich leicht auf (Un-)Menschen beziehen. Bei einem Konzert benannte Klee den gemeinsamen Feind jedoch einmal als IGNORANZ. Sehr weise.

 

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